Lesevergnügen 2016

So, 2016 ist vorbei und damit ein weiterer Versuch, 24 Bücher zu lesen. Je nach Definition von Buch ist mir das diesmal sogar fast gelungen.

Orange Is The New Black von Piper Kerman
Darauf basiert die Netflix-Serie gleichen Namens. Ein Buch über eine weiße, gebildete Frau mit allen Chancen im Leben, die wegen Drogenschmuggels für ein Jahr ins Gefängnis muss. Unterhaltsam geschrieben und interessant, wie sie die Schwächen des amerikanischen Gefängnissystems aufdeckt. Empfehlenswert.

Postcards from the Edge von Carrie Fisher
Ein fiktiver Roman, der wohl sehr autobiografisch angehaucht ist. Muss man nicht unbedingt gelesen haben, auch wenn er so ganz nett war. Witzig ist Carrie Fisher auf jeden Fall und 2016 leider viel zu jung gestorben.

Saga von Brian K. Vaughn und Fiona Staples
Ich mache meine eigenen Regeln und zähle Comics einfach mit. Die Saga-Reihe les ich äußerst gern, nur brauchen die immer so lange, bis wieder ein neues Buch der Serie erscheint.

Through The Language Glass von Guy Deutscher
Ein ausgezeichnetes Buch über Sprache, die der Hypothese nachgeht, ob die Sprache das Denken beeinflusst. Kann ich wärmstens empfehlen.

Drift: The Unmooring of American Military Power von Rachel Maddow
Rachel Maddow ist meine Lieblingsliberale und ich schaue gelegentlich ihre Nachrichtenshow sehr gerne. Sie hat nun also ein Buch geschrieben, einen New-York-Times-Bestseller (Bindestriche!), in dem es darum geht, wie leicht es inzwischen für amerikanische Präsidenten oder die US-Regierung geworden ist, Kriege zu führen, auch wenn das Volk das nicht will. Hat einige Zeit gedauert, bis ich mich da “hindurchgekämpft” hatte, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt und war äußerst interessant. Auch empfehlenswert.

Keller On The Spot von Lawrence Block
Das war eine Kurzgeschichte, die Lawrence Block mal bei Amazon kostenlos verschenkt hat. Nicht schlecht.

Faceless Killers von Henning Mankell
Das liest sich sehr schnell und ist nicht schlecht, aber so richtig sympathisch ist mir die Hauptperson, der Polizist Wallander, nicht. Intressant war auf jeden Fall, dass ich danach den zweiten Roman der Millenniun-Trilogie gelesen habe, der bekanntermaßen ja auch in Schweden spielt. Alles sehr schwedisch!

The Girl Who Played With Fire von Stieg Larsson
Ich fand auch hier die Übersetzung nicht sehr gut, genau wie beim ersten Teil. Wer macht denn bitte in einen Kriminalroman eine Fußnote an einen Betrag aus schwedischen Kronen, der besagt wie viel eine schwedische Krone im Jahr, in dem das Buch erschien, wert war? Die Geschichte war auch sehr lesbar, auch wenn ich die Hauptfigur auch hier nicht so sympathisch finde und relativ unglaubwürdig.

We Are All Completely Beside Ourselves von Karen Joy Fowler
Das fand ich richtig klasse. Mal was anderes und eine Geschichte, bei der man eben nicht weiß, was jetzt als Nächstes passiert und wo die Reise hingeht. Auch sehr witzig geschrieben. Sehr empfehlenswert.

What I Wish I Knew When I Was 20 von Tina Seelig
Der Titel ergibt allein schon grammatikalisch keinen Sinn, und für jemanden, der angeblich so super erfolgreich ist, wie diese Frau, sollte man meinen, die hätte einen Editor, der ihr mal ihr Buch richtet. Platitüden. Kann ich nicht empfehlen.

The City & The City von China Miéville
Die Idee einer zweigeteilten Stadt, deren Teile nebeneinander mit seltsamen Regeln koexistieren, fand ich interessant und sehr gut umgesetzt. Wirklich clever. Aber seinen Schreibstil finde ich trotz allem etwas schwerfällig.

The Lumberjanes von Shannon Watters, Grace Ellis, Brooke A. Allen und Noelle Stevenson
Wieder ein Comic. Hat mir gut gefallen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass man auch am Ende des ersten Buches keine Ahnung hat, was das Ganze eigentlich soll.

Alpha von Greg Rucka
Greg Rucka ist natürlich super. Ich war 2016 bei der Comic Con in New York und der lieber Herr Rucka hat mir sein Wolverine-Comic unterschrieben, wegen dem ich überhaupt erst ein Interesse für Comics entwickelt habe. Dieser Roman, der mal kein Comic ist, war billiger als die Versandkosten, die ich sonst für meine Amazon-Bestellung hätte zahlen müssen, weshalb ich ihn gekauft habe. Nichts Weltbewegendes und muss man auch nicht gelesen haben, aber schon unterhaltsam.

Timequake von Kurt Vonnegut
Das erste Vonnegut-Buch, das ich je gelesen habe, habe ich 2016 noch mal gelesen. Hat mir immer noch gefallen.

Galápagos von Kurt Vonnegut
…ist jetzt mein Lieblingsbuch von Kurt Vonnegut und hat damit Timequake abgelöst.

An Astronaut’s Guide to Life On Earth von Chris Hadfield
Hat mir gut gefallen. Der erste kanadische Astronaut schreibt über sein Leben und seine Zeit im All. Da erfährt man viel über die Arbeit als Astronaut und wie es im Weltall so ist. Sehr empfehlenswert.

Planetfall von Emma Newman
Seit ich The Martian gelesen habe, suche ich ein tolles Science-Fiction-Buch, das auch so wie The Martian ist. Das war hier mal ein Versuch – und hat mir gut gefallen, wenn es auch nicht an The Martian herankommt. Es geht um Leute, die einen neuen Planeten besiedelt haben. Die Welt hat mir schon gut gefallen und die Geschichte im Großen und Ganzen auch, aber eine Nebenhandlung fand ich nicht so toll, auch wenn sie sich letztendlich als für die restliche Handlung wichtig herausgestellt hat. Kann man schon lesen, muss man aber nicht.

The Worst-Case Scenario Survival Handbook: Extreme Edition von Joshua Piven und David Borgenicht
Ich weiß nicht, wie man zu dem Namen “Borgenicht” kommt, aber das spielt auch weiter keine Rolle. Das Buch erklärt wichtige Dinge – so z.B. wie man einem Riesenkranken entkommt oder wie man ein Auto fährt, wenn alle Reifen geplatzt sind. Nicht uninteressant, auch wenn ich hoffentlich beides nie machen muss.

Stumptown von Greg Rucka und Matthew Southworth
Wie gesagt, Greg Rucka ist prima, und das ist ein ausgezeichneter Comic. Besser als Gotham Central, weil keine Superhelden vorkommen, und mindestens so gut wie die Queen-&-Country-Comics. Über eine Privatdetektivin in Portland in Oregon, die so ziemlich allen Privatdetektivklischees entspricht.

You’re Never Weird On The Internet (Almost) von Felicia Day
Noch so ein New-York-Times-Bestseller! Eine Autobiografie von der Erschafferin der Webserie “The Guild”. Sehr witzig und interessant.

Mich plagt das Gefühl, ich hätte irgend ein Buch zwischen dem Survival Handbook und Stumptown vergessen, aber es mag mir nichts einfallen. Ich lese gelegentlich in The Fountainhead und kämpfe mich durch ein Comic von Wonder Woman, das mich mit seiner griechischen Mythologie etwas erschlägt, sonst fällt mir aber nichts ein. So oder so sind 20 Bücher aber nicht schlecht und ich bin mit dem Ergebnis und meinem Lesematerial sehr zufrieden. Auf ein neues Jahr mit etwa 24 Büchern!

Update 2.1.207: Ich hab den Salaryman in Japan vergessen! Auch den hab ich 2016 gelesen – ein lustiges kleines Buch über die japanische Bürokultur. 🙂

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