Music Monday #73: The Cranberries

Hallo, liebe Musikfreunde! Heute beschäftigen wir uns mal mit den Cranberries. Die Cranberries sind eine Band aus Irland – oder waren, muss man vielleicht sagen. Laut Wikipedia gab es die Band schon 1989, 1990 ist dann Dolores O’Riordan als Sängerin eingesprungen und dann ging es bergauf und sie wurden äußerst erfolgreich.

Als Erstes müssen wir mal über den Namen reden: Cranberries. Ich habe früher in der Schule gelernt, dass “cranberries” Preiselbeeren sind, aber das stimmt nicht. Preiselbeeren und Moosbeeren gehören beide zur Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium), wobei die Preiselbeere die Vaccinium vitis-idaea ist, eine “cranberry” ist aber Vaccinium macrocarpon, auf Deutsch: Großfrüchtige Moosbeere. Die englische Wikipedia zum Thema “Cranberry” sagt zudem noch, dass in England mit “cranberry” die Vaccinium oxycoccos (gewöhnliche Moosbeere) gemeint sei statt Vaccinium macrocarpon wie in Nordamerika. Nachdem die Cranberries Iren sind, liegt also der Verdacht nahe, dass sie nach der gewöhnlichen Moosbeere benannt sind.

Nachdem das nun geklärt ist, reden wir also über die Musik. Dolores O’Riordan hat eine ziemlich markante Stimme. Die meisten Leute dürften wohl das Lied “Zombie” (siehe YouTube) kennen, das 1994 erschienen ist und in diversen Ländern Platz 1 der Hitlisten erreichte. Wie beschreibt man da jetzt wohl am besten, wie ihre Stimme und ihr Gesangstil sind? Der Wikipedia-Eintrag zur Dolores O’Riordan sagt dazu: “O’Riordan was known for her lilting mezzo-soprano voice, her emphasised use of keening, and her strong Limerick accent.” Puh! Das Adjektiv “lilting” bezeichnet “eine Stimme oder ein Lied, das auf angenehme Weise die Tonhöhe nach oben und unten variiert” (sagt Collins). Mezzosopran ist klar, Limerick ist eine Stadt in Irland, aber was ist “keening”? “to keen” ist das wehklagen über den Tod (Collins) oder auch ein Klagelied zum betrauern von Toten. So konkret kann man sich darunter eigentlich auch nichts vorstellen, aber dafür gibt es ja YouTube. Wer nach “keening” sucht, findet einige irische Lieder, wie Keening Song (das erinnert schon etwas an Dolores O’Riordans Gesangstil) oder Aine Minogue, Song of Keening.

Die Cranberries haben nun also viele tolle Lieder aufgenommen und man weiß gar nicht, was man sich aussuchen soll. Ode To My Family ist sehr schön (und lässt sich schön auf der Gitarre mitspielen), auch schön ist das fetzige Anti-Drogen-Lied Salvation und auch ihr Carpenters-Cover von Close To You ist fantastisch. Letztendlich habe ich mich für ein Lied aus ihrem Debütalbum “Everyone Else Is Doing It, So Why Can’t We?” entschieden, nämlich das verträumte “Dreams” (hihi).

Bevor wir dazu kommen aber noch ein paar Worte zu Dolores O’Riordan: Ein einfaches Leben hatte sie offenbar nicht. Als Kind ist sie mißbraucht worden und als Erwachsene hatte Sie – wer weiß, vielleicht als Spätfolge – mit Depressionen, einer bipolaren Störung und Alkoholismus zu kämpfen. Letzterer kostete ihr offenbar vor einem Jahr am 1. Januar 2018 mit 46 Jahren das Leben, als sie im äußerst betrunkenen Zustand mit 3,3 Promille in der Badewanne eines Hotels in London ertrunken ist. Ein trauriges Ende einer langen Karriere.

Hier ist jedenfalls “Dreams”, viel Spaß damit!

(Alternativer Link)

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