Oz: Nacht in der Herberge

Hier möchte ich mal letzte Nacht in der Herberge festhalten.

22:10 Uhr – Nachdem eine Mitbewohnerin früh raus muß, ist aus Solidaritätschon kurz nach 22 Uhr Licht aus.

22:10 Uhr – 22:50 Uhr: Rachel-Maddow-Podcast auf meinem MP4-Player.

23 Uhr – 0:00 Uhr – Unruhiger Schlaf.

0:00 Uhr – Irgendwer schmeißt irgendwo was runter und ich wache auf.

0:15 Uhr – 2:17 Uhr: Schlaf.

2:17 Uhr – 2:30 Uhr – Italiener stürmen in die Lounge vor der Tür. Man hört jedes Wort. Sie reden und reden, und jeder redet immer lauter, weil seine Meinung wichtiger ist, als die aller anderen und ja, um 2:17 Uhr morgens, von allen gehört werden muß. Mein Haß auf die ruhestörenden Italiener wächst.

2:40 Uhr – 3:44 Uhr – Unruhiger Schlaf.

3:44 Uhr – 4:05 Uhr – Ein nervtötender, lauter Engländer spricht in der Lounge lautstark am Telefon darüber, daß er sein Konto überzogen hat, weil er so viel für Drogen ausgegeben hat, daß er seinen “best mate” vermißt, daß irgendeine einem Joe gesagt hätte, daß sie ihn noch liebt, daß er sich so schuldig fühlt, etc. etc. etc. etc. etc. Mein Haß auf den Engländer wächst. Ich halte mir die Ohren zu, aber sein Stimmorgan ist zu laut. Gegen 4:05 Uhr geht ihm das Geld auf dem Telefon aus und er muß aufhören. Endlich.

4:05 – 4:40 Uhr – Ich werfe mich hin und her und kann nicht mehr einschlafen. Mir fällt der Artikel über Amanda Seyfried ein, in dem sie darüber geredet hat, daß sie nur Spinat zum Mittagessen hat, weil sie sonst fett wird und keine Rollen im Film mehr bekommt. Ich denke mir, sie könnte doch auch Karottensuppe essen. Dann denke ich mir, wieso ich um 4 Uhr morgens an die seltsamen Essgewohnheiten irgendwelcher Schauspielerinnen denken muß und werfe mich wieder im Bett herum.

4:40 Uhr – 5:00 Uhr: Mein Magen knurrt. Ich überlege mir, einen Keks zu essen, wofür ich allerdings aus dem quietschenden Stockwerbett klettern müßte, was vermutlich alle Zimmergenossinen aufwecken würde. Außerdem sind die Kekse bei meiner Schwester im Schließfach und ich weiß ihre Kombination nicht.

5:01 Uhr – Jemand geht aufs Klo und läßt auf dem Hin- und Rückweg alle Türen knallen.

5:01 – 5:17 Uhr – Ich denke daran, wie ich mal beinah mal auf der Fußmatte übernachten mußte, nachdem ich um 4 Uhr morgens heimgekommen war und keinen Schlüssel hatte. Das ständige Geklingel an der Tür hat sämtliche anwesende Verwandte kalt gelassen und erst nach gut 20 Minuten ist doch mal jemand aus seinem Schlaf erwacht.

5:17 Uhr – Meine Schwester murmelt Zeug im Schlaf.

5:30 – 6 Uhr – Unruhiger Schlaf.

6 Uhr – Unsere eine Zimmergenossin steht auf und schmeißt irgendwas herunter. Ich bin hellwach.

6:30 Uhr – 8 Uhr – Schlaf.

8 Uhr – Der Wecker klingelt und meine Schwester bemerkt, wie lange und fest sie die Nacht durchgeschlafen hat. O_o

6 Replies to “Oz: Nacht in der Herberge”

  1. AHAHAHAHAHAHAHAHA…ich krieg mich nicht mehr ein!
    Was ne geniale Beschreibung!

    *ehm*

    Ich meine natürlich “WIE SCHRECKLICH, das tut mir auch voll leid”!! o.O

    Aber yay for Rachel-Maddow-Podcasts!

    1. Da hast Du jetzt sicher auch Fernweh bekommen, weil Du daran gedacht hast, wie das damals war, als Du in Jugendherbergen leben konntest… mit den lauten Mitebwohnern, den schimmligen Duschen, der aus dem Kühlschrank weggeklauten Salami….
      Naja, wenigstens ist das Wetter gut. ;)

      1. Eh…naja, dieser Teil meiner Erinnerung an die Oz-Zeit hält sich praktischerweise etwas versteckt. ;-)
        Wetter hier wird übrigens auch gerade besser, letzte Woche hatten wir teilweise 17 Grad!

        *pokes* Und? Wie sieht’s aus mit der Jobsuche? :-)

      2. Ach, die Jobsuche…. Also was richtig angenehmes und gut bezahltes haben wir bisher nicht gefunden, also reisen wir vielleicht demnächst mal nach Adelaide (nachdem ich Garfunkel & Oats am Comedy Festival gesehen hab) und dann vielleicht nach Perth und Darwin und so, und dann können wir immer noch wiederkommen und irgendwas nehmen, damit wir nicht gänzlich verarmen. Schau mer mal. :)
        Was hast Du damals gearbeitet?

      3. Ich hatte das Glück, gleich mal für drei Monate versorgt zu sein, jobmäßig, weil ich das schon mit meinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb abgesprochen hatte. In Sydney ist eine Zweigstelle. Danach war Woofing dran, also Farmarbeit (nicht gerade das Gelbe vom Ei für’n Stadtkind wie mich ^^) und danach hab ich ein wenig in Hostels gejobbt.

        Nach ner Weile hatte ich dann keinen Bock mehr auf Arbeit und hab den Rest der Zeit von meinen Ersparnissen gelebt (dafür waren sie ja auch da). ;-)

        Wenn ihr nach Adelaide geht, seht euch unbedingt die örtliche Schokoladenfabrik an (wenn ihr Glück habt, kriegt ihr da einen Job, wir hatten das Glück leider nicht) UND UNBEDINGT das Örtchen Hahndorf! Das sieht nämlich aus, wie sich die Japaner Deutschland vorstellen, echt schräg.
        Aber in diesem einen (Hahndorfer) Restaurant (das total edel und teuer aussieht, mit eigenem Pianisten, der während dem Essen spielt) gibt’s ein super Buffet für kleines (oder mittleres) Geld.

  2. Hm, ich kenne das Problem von Zeltplätzen, wo man durch die dünnen Zeltwände auch jedes Wort
    hört. Mein Problemlöser damals war das gute alte Ohropax, gibts in der Apotheke. Heutzutage sind das solche Schaumstoffpfropfen (was für ein Wort, hab mir gerade das Gesicht der Apothekerin vorgestellt, wenn Du morgen dahin gehst und sie fragst: do you have some Schaum-stoffpfropfen? :)), die drückt man so zusammen, steckt sie rein und die dehnen sich dann ganz
    langsam aus bis sie den Gehörgang fest verschliessen. Etwas gewöhnungsbedürftig vielleicht, aber Du hast garantiert Deine Ruhe. Wecken lassen kannst Du Dich ja von Deiner Schwester mit dem beneidenswerten tiefen Schlaf.
    Mache jetzt eine Fahrradtour und überlege mir unterwegs, was ich der Sängerin heute abend auf der Bühne sage. Immer das gleiche Kompliment wäre ja langweilig.
    Und es gibt neue Reflexions Episoden von Tegan and Sara. Wünsch Dir einen guten Schlaf.

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