2021 KW 04 – Gamestop, Aktien, arme Ritter

Hallo, liebe Freunde des Wochenendes! Ich hoffe, es geht euch gut an diesem grauen, stürmischen und nassen Samstag. Hier könnt ihr euch den obligatorischen Kommentar vorstellen, dass die Zeit zu schnell vergeht und ich gar nicht weiß, wie schon wieder eine Woche vorbei ist.

Heute früh habe ich mich mit armen Rittern füttern lassen, da fängt das Wochenende ja schon gut an. Gestern abend gab es Pizza und Rotwein. Mal sehen, was das Wochenende noch alles bringen wird.

Arme Ritter
Ein armer Ritter.

Diese Woche habe ich mit Interesse verfolgt, was mit den Gamestop-Aktien vor sich geht. Es gibt einige interessante Artikel darüber, z.B. diesen Polygon-Artikel. Im Prinzip gibt es also Leerverkäufe (short sales), die ein interessantes Konzept sind. Statt dass man eine Aktie kauft und hofft, dass sie steigt (oder dass man eine gute Dividende bekommt), wettet man hier quasi darauf, dass eine Aktie fallen wird. Man leiht sich die Aktie für 100,- EUR, verkauft sie, und wenn sie fällt kauft man sie für z. B. 50,- EUR neu und gibt sie zurück. So hat man quasi 50,- EUR Gewinn gemacht, minus der Gebühren, die der Verleiher verlangt.

Durch Leerverkäufe spekuliert man also darauf, dass eine Aktie fällt. Wenn ich mir für 100,- EUR eine Aktie kaufe, und die Aktie dann ins Bodenlose fällt (siehe Wirecard…), habe ich anschließend maximal 100,- EUR verloren. Wenn ich mir eine Aktie für 100,- EUR leihe, und sie wird dann plötzlich 1000,- EUR wert, hätte ich pro Aktie schon einen Verlust von 900,- EUR; so ähnlich ist das in der Vergangenheit bei Volkswagen geschehen:

Volkswagen-Aktienkurs. Grafik von Finanzen.net.

Und da kommen wir nun also zum sogenannten Short Squeeze. Bei Volkswagen war es damals laut Wikipedia so, dass viele Hedgefonds dachten, der Aktienkurs von Volkswagen wird fallen, d.h. sie haben viele Leerverkäufe der Aktien getätigt. Dann hat aber Porsche angekündigt, dass sie Aktien dazugekauft haben, und mit knapp 75% nun die Mehrheit der Volkswagen-Aktien erworben haben. Gleichzeitig hatte Niedersachsen aber auch 20% der Aktien. Es gab also noch 5% Aktien, aber 12% Leerverkäufe, d.h. ja im Prinzip, dass es mehr Nachfrage als Angebot gibt.

Bei Gamestop war es nun ähnlich: Viele Hedgefonds haben auf fallende Kurse spekuliert, was ja auch irgendwie nachvollziehbar ist. Gamestop verkaufen Videospiele und Konsolen, handeln auch mit gebrauchten Videospielen, und heutzutage kaufen viele Leute ihre Spiele einfach digital und wer geht in einer Pandemie überhaupt in ein Geschäft? Außerdem kam ein neuer Chef in den Vorstand, der viele Aktien gekauft hat, woraufhin auch ein paar “Amateure” Aktien gekauft haben, sodass der Aktienkurs etwas hoch ging – was ja gleich noch mehr Spekulation auf einen fallenden Kurs zur Folge hatte.

Es gibt auch Finanz-Influencer wie Citron Research (der offenbar den Großteil seiner Videos inzwischen gelöscht hat), die Videos darüber herausbringen, warum eine bestimmte Aktie sicherlich fallen wird. Ich nehme an, wenn man genug Follower hat, kann man auch so den Aktienmarkt beeinflussen. So oder so hat er unter anderem analysiert, warum er denkt, dass der Gamestop-Aktienkurs von 40,- USD auf 20,- USD fallen wird.

Im Reddit-Forum r/Wallstreetbets haben sich nun dagegen vor allem kleine Anleger zusammengetan und beschlossen, dass sie alle gemeinsam Gamestop-Aktien kaufen, damit die ganzen “bösen” Hedgefonds-Manager Verluste machen. Denn wenn die Aktie nachgefragt wird, geht ja auch der Aktienkurs hoch. Außerdem kaufen viele Leerverkäufer ihre Aktien zurück, wenn der Kurs zu sehr steigt, um ihre Verluste zu begrenzen, wodurch der Aktienkurs noch weiter steigt. Deshalb hat sich der Gamestop-Aktienkurs nun also so entwickelt:

Gamestop-Aktienkurs 2020
Der Gamestop-Aktienkurs für 1 Monat, von Finanzen.net

Es war alles ziemlich chaotisch und einige Handelsplattformen (auch Trade Republic) haben zeitweise den Handel mit Gamestop-Aktien unterbunden.

Ich habe natürlich keine Ahnung vom Aktienmarkt, aber meiner Meinung nach können sich zwar viele der Kleinanleger derzeit über ihren Papiergewinn freuen, aber das Unternehmen selbst ist ja damit nicht wettbewerbsfähiger geworden. D.h. die Meisten werden Aktien gekauft haben, um sie mit Gewinn wieder zu verkaufen, und wer das früh tut, verdient viel Geld, wer zu lange wartet, wird dabei dann auch wieder ein großer Verlierer sein. Auf dem Twitter-Kanal von Trade Republic schimpfen viele und drohen Trade Republic mit einer Sammelklage (so was gibt es in Deutschland aber gar nicht).

Das erinnert mich alles unweigerlich an den Herrn aus der Wirecard-Dokumentation, der seine ganzen Ersparnisse in Wirecard-Aktien investiert hat, die ja bekanntlich von 100,- EUR auf wenige Cent abgestürzt sind. Und er hat mir auch leidgetan, als er erzählt hat, dass er eigentlich seinen Ruhestand genießen wollte und jetzt wieder arbeiten muss, weil er kein Geld mehr hat… Aber so ist das halt mit Aktien. Sie können fallen und steigen, und wie man hier sieht, hat der Kurs nicht immer etwas mit dem tatsächlichen Wert des Unternehmens zu tun – und wenn man Geld investiert, das man anderweitig benötigt, dann ist man halt auch selber schuld. Deswegen muss ich bei meiner Trading-App auch bei jedem Wertpapierkauf ankreuzen, dass ich keine Ahnung habe, was ich tue.

Aber genug davon. Reden wir kurz über Nischenseiten: Meine gekaufte Seite hat mir diesen Monat bisher knapp 80,- USD eingebracht (+10,- EUR für Werbeanzeigen), die Katzen sind bei 95,- EUR. Hier war ich wieder faul – die englische Seite könnte ein paar neue Artikel gebrauchen, denn wenn der Traffic um 1000-2000 Besucher/Monat steigen würde, könnte ich mich bei Ezoic anmelden, da könnte ich die Werbeeinnahmen vermutlich noch vervielfachen. Mal sehen, ob ich mich aufraffen kann!

Abschließend sollt ihr noch ein Katzenbild aus dem Homeoffice haben. Und damit war’s das eigentlich schon – schönes Wochenende und bis zum Music Monday dann!

Katze unter Laptop

 

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